Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Globale Gesundheit e.V.
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin
und Globale Gesundheit e.V.
 

Aktuelle Mitteilungen der DTG

Die „Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG)“ hat
sich auf der letzten Mitgliederversammlung im Mai 2019 in „Deutsche Gesellschaft für
Tropenmedizin und Globale Gesundheit (DTG) “ umbenannt. Am 8. August 2019 wurde diese
Namensänderung beim Amtsgericht Düsseldorf in das Vereinsregister eingetragen.
Damit wollen wir als Gesellschaft mit über 1.000 Mitgliedern der weltweiten politischen und
gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung tragen, dass spätestens seit der Annahme der
„Nachhaltigen Entwicklungsziele“ (Sustainable Development Goals) 2015 - 2030 durch die
Vereinten Nationen die globale Perspektive einschließlich einer universellen
Gesundheitsversorgung immer mehr im Vordergrund steht, während der bisherige Begriff
„internationale Gesundheit“ historisch immer noch auf das Konzept einer Einteilung der Welt in
Entwicklungsländer und entwickelte Länder Bezug nimmt.

Der Ständige Ausschusss Reisemedizin der DTG (StAR) hat die Empfehlungen zu Reiseimpfungen und zur Malaria-Propylaxe aktualisiert.
Sie wurden in Heft 2/2019 bzw. Heft 3/2019 der Zeitschrift Flug-, Tropen- und Reisemedizin veröffentlicht, die DTG-Mitgliedern zugesandt wurden. Sie können von der DTG-Website als PDF-Datei heruntergeladen werden (Download-Box Titelseite).
Der Artikel zur Malaria-Prophylaxe enthält von einigen Regionen detaillierte Karten des Malaria-Risikos, die ebenfalls heruntergeladen werden können.
Karten zum Malaria-Risiko hier einzeln als PDF herunterzuladen:

Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG) hat auf ihrer Jahrestagung (4. - 6. April 2019) zwei verdiente deutsche Tropenmediziner mit der Ehrenmitgliedschaft in der Gesellschaft ausgezeichnet. Prof. Dr. med. Gerd D. Burchard, Hamburg, und Prof. Dr. med. Thomas Löscher, München, wurden geehrt in Anerkennung ihrer langjährigen Tätigkeit für die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e. V. und ihrer Verdienste um das Fach Tropen- und Reisemedizin in Deutschland. Beide waren 1. Vorsitzende der Gesellschaft und haben langjährig in Gremien der DTG mitgearbeitet. Sie haben das Fach Tropenmedizin in Lehre, Forschung und Weiterbildung vertreten, in Kommissionen die Politik und in Medien die Öffentlichkeit beraten. Sie sind seit Jahren Herausgeber des einschlägigen Lehrbuchs „Tropenmedizin in Klinik und Praxis“.

Auf der Mitgliederversammlung der Fachgesellschaft wurde der neu gewählte 5-köpfige Vorstand eingesetzt. Dr. med. Dr. rer. nat. Carsten Köhler vom Institut für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie des Universitätsklinikums der Universität Tübingen wurde dabei in seinem Amt als 1. Vorsitzender der Gesellschaft für die kommenden 2 Jahre bestätigt. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden gewählt bzw. bestätigt: Dr. Torsten Feldt (Düsseldorf, 2. Vorsitzender), Dr. Sabine Bélard (Berlin), Dr. Sophie Schneitler (Solingen) und Professor Bernhard Fleischer (Hamburg, Schriftführer).

Frau Dr. Sophie Duraffour vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin erhielt am 5.4.19 den Preis 2019 der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG) für ihre wegweisenden wissenschaftlichen Untersuchungen bei Ausbrüchen von Ebola- und Lassa-Fieber und für ihren Einsatz bei der Organisation der Diagnostik bei der Ebola-Epidemie in Westafrika.

Die Ebola-Epidemie 2014/15 in Westafrika entwickelte sich zum größten bisher bekannten Ausbruch dieser hochgefährlichen Viruserkrankung. In den am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone waren mehr als 28.000 Menschen betroffen, über 11.000 starben. Bereits im März 2014, kurz nach Bekanntwerden der Epidemie, wurde das Europäische Mobile Labor (EMLab), das vom Bernhard-Nocht-Institut koordiniert wird, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur diagnostischen Unterstützung in Guinea angefordert. Frau Dr. Duraffour war zum Aufbau und zur Aufrechterhaltung des EMLabs über einen Zeitraum von zwei Jahren vor Ort. Dabei untersuchte sie Blutproben aus nahegelegenen Behandlungszentren und schulte einheimisches Personal in der Diagnostik hochpathogener Viren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dankte ihr in einem persönlichen Schreiben für ihren Einsatz.

Durch die Sequenzierung der Viren in diagnostischen Patientenproben konnte Frau Duraffour u.a. zeigen, dass das Ebola-Virus in der Samenflüssigkeit auch noch nach über 18 Monaten vorhanden ist und übertragen werden kann. Bei einem Ausbruch von Lassa-Fieber in Nigeria führte sie Untersuchungen zur Epidemiologie des Lassavirus durch, die in der renommierten Zeitschrift Science publiziert wurden.

Durch ihre Arbeiten zur Unterstützung der Diagnostik vor Ort und zur Förderung des Kapazitätsaufbaus in den betroffenen Ländern sowie ihre Forschungen zur Persistenz und Übertragung von Ebola- und Lassa-Viren, hat Frau Dr. Duraffour außergewöhnliche Beiträge in der Tropenmedizin geleistet, die auf der Jahrestagung 2019 der DTG in München am 4. April 2019 mit dem Preis der DTG ausgezeichnet wurden.

Der „Preis für Tropenmedizin“ wird für besondere wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Tropenmedizin und/oder der globalen Gesundheitswissenschaften verliehen und ist mit 5000 Euro dotiert. Dieses Jahr ist der Sponsor die Else Kröner-Fresenius-Stiftung.

Aufgrund neuer Informationen der WHO müssen die Polio-Impfempfehlungen angepasst werden - die DTG verweist hierzu auf folgendes Merkblatt des Auswärtigen Amtes, das im Juni 2019 an die neuen Empfehlungen der WHO angepasst wurde. Die WHO hat im Mai 2019 ein neues Statement zu Polio veröffentlicht (https://www.who.int/news-room/detail/29-05-2019-statement-of-the-twenty-first-ihr-emergency-committee). Sie benennt Staaten, in denen Wildtyp bzw. Vaccine-derived Polioviren gefunden wurden und gibt entsprechende Empfehlungen.