Auslandstätige und ihre Familien, die für > 3 Monate in einer bestimmten Malariaregion leben |  |  |  |
Diese Personen sind in der Regel ortsfest und in die Infrastruktur integriert, und können sich ihre Umgebung einrichten (z.B. Einbau von Fliegengittern, bequeme Moskitonetze), nach einiger Zeit liegen Erfahrungen über das lokale und saisonale Malariavorkommen sowie Kenntnisse über die Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten am Ort vor.
Diese Auslandstätigen haben kumulativ das höchste Risiko, lehnen jedoch häufig eine Langzeit-Chemoprophylaxe ab.
Eine Akzeptanz von Prophylaxemaßnahmen und damit eine Risikominimierung kann eher durch eine pragmatische, an der realen lokalen Exposition und an der Erfahrungswelt dieser Personen adaptierten Beratung erreicht werden.
Wenn trotz eingehender Darstellung der Gefährdung keine Akzeptanz einer Langzeit-Chemoprophylaxe zu erreichen ist, kann zur Risikominderung bei der Beratung ein abgestuftes Vorgehen empfohlen werden. Ein wesentliches Kriterium dabei ist die Qualität und Verfügbarkeit der medizinischen Versorgung vor Ort und die individuelle, tatsächliche Exposition.
Mit diesem als „Mindestvorsorge“ beschriebenen Vorgehen werden von den als Arbeitsmediziner tätigen Tropenmedizinern gute Erfahrungen gemacht, ohne die Empfehlung der Langzeit-Chemoprophylaxe grundsätzlichen in Frage zu stellen.
Ein Aufenthalt von Kindern unter 5 Jahren und vor allem von Schwangeren in Malariahochrisikogebieten ist aufgrund ihrer höheren Gefährdung nicht zu empfehlen.
Dies ist aber in diesem Kontext nicht immer vermeidbar. Bei in Malariagebieten neu eingetretener Schwangerschaft sollte unbedingt umgehend eine individuelle Beratung durch einen erfahrenen Tropenmediziner erfolgen und ein Vorgehen gemäß den hier gegebenen Empfehlungen erfolgen.
Bei der Beratung ist besonders zu betonen:  | In Gebieten mit hohem Malariarisiko ist eine Chemoprophylaxe mindestens zu Beginn des Einsatzes und während der Hauptübertragungszeiten und bei Reisen mit eingeschränktem Moskitoschutz zu empfehlen.
|  | Die Verfügbarkeit von Medikamenten zur notfallmäßigen Selbstbehandlung (T) stellt neben einer guten Expositionsprophylaxe das absolute Minimum einer Malariavorsorge dar. |
Die Auswahl der Medikamente sollte entsprechend länderspezifischen DTG Empfehlungen erfolgen.
Es kommen nur Präparate in Frage, deren Anwendung über längere Zeit oder mehrfach im Jahr keine wesentlichen Nebenwirkungen hervorrufen und zugleich eine angemessene Schutz- bzw. Therapiewirkung im Falle einer notfallmäßigen Selbstbehandlung erwarten lassen. Die Anwendungsbeschränkungen für Kinder und Schwangere sind zu beachten. Bei Beschaffung von Medikamenten im Ausland ist wegen der vielen Plagiate auf dem Markt höchste Vorsicht angebracht.
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