Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V.
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und Internationale Gesundheit e.V.
 

Informationen der DTG

Seit August 2017 steigt die Zahl der Fälle von Beulen- und Lungenpest in Madagaskar an. Die mit der Regenzeit assoziierten Ausbrüche mit bis zu jährlich 500 Fällen treten sonst eher in den ländlichen Gebieten auf. Jetzt sind auch die Hauptstadt Antananarivo sowie die Hafenstadt Toamasina und der Distrikt Faratsiho betroffen, wo auch mehrere Fälle der hoch ansteckenden Lungenpest aufgetreten sind. Die Regierungsstellen haben mit Hilfe der WHO verschiedene Bekämpfungsmaßnahmen und Fallsuchen eingeleitet. Für Reisende besteht keine direkte Gefährdung, sofern Grundregeln der Prävention eingehalten werden (siehe Merkblatt des Gesundheitsdienstes). Öffentliche Hinweise zur aktuellen Situation vor Ort und daraus folgende Handlungsempfehlungen sollten beachtet werden. (Quelle: Ausw. Amt)

Entgegen bisheriger Bestimmungen und der Einreisepraxis vor Ort ist jetzt offiziell bei Einreise nach Sansibar der Nachweis eine Gelbfieber-Impfung erforderlich. Dies gilt auch für Reisende, die vom Festland Tansania mit Boot oder Flugzeug kommend nach Sansibar übersetzen.

Dies wird durch die tansanische Botschaft in Berlin ausdrücklich (auch über die Webseite) bestätigt. Für einen ausschließlichen Aufenthalt auf dem Festland gilt dies bei Einreise aus Europa jedoch weiterhin nicht. (Quelle Ausw. Amt)

Aufgrund neuer Informationen er WHO müssen die Polio-Impfempfehlungen angepasst werden - die DTG verweist hierzu auf folgendes Merkblatt des Auswärtigen Amtes

 

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

aktuell sind beide in D zugelassenen Tollwutimpfstoffe bei den Herstellern nicht lieferbar.

Die gute Nachricht: Die Hersteller halten ausreichend Impfstoff in Reserve, um die Belieferung der Notfalldepots der Apotheken zu gewährleisten. Damit ist sichergestellt, dass für die Indikation PEP bis zur voraussichtlichen Wiederaufnahme der regulären Auslieferung genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Anders bei der präexpositionellen Impfung vor Reisen, hier wird es wahrscheinlich zu Einschränkungen kommen.

Die STIKO bittet deshalb alle reisemedizinisch tätigen Kolleginnen und Kollegen, die Indikation zur präexpositionellen Tollwut-Impfung bis auf Weiteres besonders streng zu stellen, um die Verfügbarkeit von Impfstoff für diejenigen sicherzustellen, die ihn am dringendsten brauchen.

Die vollständige Handlungsempfehlung der STIKO finden Sie hier: www.rki.de/lieferengpaesse <http://www.rki.de/lieferengpaesse>

Liste des PEI mit allen aktuell bestehenden Lieferengpässen von Impfstoffen: http://www.pei.de/lieferengpaesse-impfstoffe-human

Ich danke Herrn Burchard für seine hilfreichen Beiträge zur Erstellung der Handlungsempfehlung.

Mit freundlichen Grüßen,

i. A. Gerhard Falkenhorst, PhD

Robert Koch-Institut
STIKO-Geschäftsstelle
Seestr. 10
13353 Berlin