Meningokokken-Meningitis |
| Indikation: |
1. Reisemedizin: ● Reisende in endemische Gebiete (tropisches Afrika), speziell bei engen Kontakten zur einheimischen Bevölkerung (z.B. medizinische/soziale Berufe, Abenteuer-Reisende); Reisen in Gebiete mit aktuellen epidemischen Ausbrüchen; Impfpflicht bei Einreise. ● Schüler/Studenten vor Langzeitaufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche (STIKO). |
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2. sonstige (Inland): Gesundheitlich Gefährdete (spez. Immundefekte, Asplenie), gefährdetes Laborpersonal, bei Häufungen oder Ausbrüchen auf Empfehlung der Gesundheitsbehörde. |
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| Impfstoff: |
Totimpfstoff a) Hüllenpolysaccharide der Serogruppen A+C bzw. A, C, W135, Y oder b) Oligosaccharide der Serogruppe C konjugiert an Trägerproteine. Zusätze: Salze, evtl. Phenol, Aluminiumhydroxid (je nach Hersteller) |
| Applikation |
1 x 0,5 ml subcutan (a) bzw. i.m. (b) Dosierung für Säuglinge (nur b) s. Packungsbeilage |
| Wirksamkeit: |
gut; Beginn 2–3 Wochen nach der Impfung, Dauer 3 Jahre (a) bzw. nach vorläufigen Daten bei Impfungen im jungen Säuglingsalter 1 Jahr, bei Impfung nach dem vollendeten 12. Lebensmonat 4 Jahre, evtl. länger (b) |
| Wiederimpfung: |
bei anhaltendem Risiko nach 3 Jahren (a) bzw. keine ausreichenden Daten, aber boosterfähig (b) (s. Gebrauchsinformation) |
| Nebenwirkungen: |
s. Packungsbeilage bzw. Gebrauchsinformation! |
| Kontraindikation: |
akute, behandlungsbedürftige Krankheiten; Unverträglichkeit vorangegangener Impfungen mit dem betr. Impfstoff; Allergie gegen Impfstoffbestandteile; |
| Schwangerschaft: |
keine ausreichenden Daten, Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit allenfalls unter Risikoabwägung. siehe Schwangere |
| Bemerkungen: |
● Zeitabstand zu anderen Impfungen bei Meningokokken-Polysaccharidimpfstoff (a) nicht erforderlich. Der Meningokokken-Konjugatimpfstoff (b) soll gemäß STIKO nicht gleichzeitig mit Pneumokokken-Konjugatimpfstoff oder MMR- und Varizellenimpfstoff oder MMRV gegeben werden. Die gleichzeitige Gabe von Meningokokken- und MMR-Impfstoff ist möglich. ● Immunogenität für Polysaccharidimpfstoffe (a) bei Kindern unter 2 Jahren ist gering, für Konjugatimpfstoffe (b) gut; Letztere gibt es bisher in Deutschland nur gegen die Serogruppe C. Sie sind für endemische Gebiete mit Prävalenz der Serogruppen A und W135 (z.B. in Afrika) nicht geeignet. Ein tetravalenter Konjugatimpfstoff ist demnächst verfügbar. ● Für die reisemedizinischen Indikationen ist derzeit ein tetravalenter Polysaccharidimpfstoff in der Regel zu bevorzugen, für Pilger nach Saudi-Arabien ist er vorgeschrieben. Hierfür beginnt die Gültigkeit 10 Tage nach der Impfung und endet nach 3 Jahren. ● Die Verhinderung oder Sanierung einer Keimausscheidung ist mit Polysaccharidimpfstoffen nicht, mit Konjugatimpfstoffen wohl möglich. |
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