Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V.
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und Internationale Gesundheit e.V.
 
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Kinder

Bei einer fieberhaften Erkrankung des Kindes sollte man unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Auch bei einer nicht fieberhaften Erkrankung empfiehlt es sich, stets die Möglichkeit einer Malariainfektion in Betracht zu ziehen. Malariavorbeugung bei Kindern besteht primär in einer konsequenten Expositionsprophylaxe (Moskitonetze über Betten und Spielfläche, mit Insektizid imprägnierte Kleidung, geeignete Repellentien). Mefloquin (Lariam®) war bislang in Deutschland ab einem Körpergewicht von 5 kg und ab dem vollendeten 3. Lebensmonat zugelassen. Das Präparat der Firma Roche ist in Deutschland seit Februar 2016 nicht mehr zugelassen. Allerdings besteht noch die Möglichkeit des Bezugs von in Deutschland zugelassenen parallelimportierten Präparaten (ggf. unterschiedliche Fach/ Gebrauchsinformationen beachten). Wegen möglicher Nebenwirkungen auf Zahnreifung und Knochenbildung darf Doxycyclin erst ab dem 9. Lebensjahr verordnet werden (ab 8 Jahren).  Hierbei handelt es sich um ein "Off-Label-Use". Atovaquon/Proguanil (62,5 mg/25 mg pro Tablette Malarone® Junior) ist für Kinder ab 11 kg Körpergewicht zur Prophylaxe zugelassen, kann aber in der Therapie der Malaria bereits ab 5 kg Körpergewicht eingesetzt werden. Die CDC empfehlen Atovaquon/Proguanil zur kontinuierlichen Chemoprophylaxe auch bei Säuglingen ab 5 kg KG, in einer Dosierung von ½ Tabl. Malarone® Junior (Off-Label-Use) pro Tag für 5 bis 8 kg schwere Kinder und ¾ Tabl. Malarone® Junior (Off-Label-Use) für Kinder mit einem Körpergewicht von mehr als 8 bis 11 kg KG. Da es sich um einen "off-label use" handelt, ist eine entsprechende umfangreiche und gut dokumentierte Aufklärung der Eltern erforderlich. Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Malarone® Junior bei der Behandlung von Kindern mit weniger als 5 kg liegen nicht vor. Artemether/Lumefantrin (Riamet®) ist für Säuglinge und  Kinder ab 5 kg zugelassen. Auch bei voll gestillten Säuglingen ist eine eigene Malariaprophylaxe erforderlich, da über die Milch der Chemoprophylaxe einnehmenden Mutter kein ausreichender Schutz beim Säugling erzielt wird!

Dosisempfehlungen zu Prophylaxe und Therapie