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Gelbfieber
   
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Gelbfieber
1. Reisen in Gelbfieber-Endemiegebiete (tropisches Afrika und Südamerika, nicht Asien) - medizinische Indikation
2. Vorschrift bei Einreise, insbesondere aus Endemiegebieten (Länderbestimmungen beachten) - formale Indikation
siehe auch (Länderinformationen). Im Zweifelsfall wird die Kontaktaufnahme mit einem reisemedizinisch versierten Kollegen empfohlen.
Lebendimpfstoff
attenuiertes GF-Virus Stamm 17D; Wirtssystem Hühnerembryonen
Zusätze: Aminosäuren, Lactose, Sorbit, Salze
1 x 0,5 ml subkutan
zuverlässig
Beginn ca. 10 Tage nach Impfung, Dauer lebenslang
Von der Strategic Advisory Group of Experts (SAGE) on Immunization bei der WHO wurde am 19.03.2013 ein „Background Paper on Yellow Fever Vaccine“ veröffentlicht und festgestellt, dass eine Gelbfieberimpfung für den Zweck der Passage internationaler Grenzen lebenslang anerkannt werden sollte. Daher wurden vor kurzem die „International Health Regulations“ entsprechend angepasst, diese Änderungen sind am 11.07.2016 in Kraft getreten und legal bindend. Gemäß der WHO gilt jetzt: Die Gültigkeit eines Internationalen Zertifikates für eine Gelbfieberimpfung wird von 10 Jahren auf lebenslang geändert. Dies betrifft bereits ausgestellte wie auch neue Gelbfieberimpfzertifikate. - Ab 11.7.2016 dürfen Einreisende mit einem Gelbfieberimpfzertifikat nicht mit dem Grund, dass dieses nach 10 Jahre abgelaufen sei, abgewiesen werden. Das Ausstellungsdatum ist gültig, und eine Wiederimpfung darf nicht eingefordert werden.
Packungsbeilage bzw. Gebrauchsinformation!
Es wurden in Zusammenhang mit der Impfung in einer Größenordnung von 1 auf 125.000 verabreichte Dosen schwere neuro- oder viszerotrope Nebenwirkungen beobachtet, letztere mit einer Letalität > 50%. Ursache sind offenbar immunmodulierende Wirtsfaktoren. Das Risiko ist auf die Erstimpfung beschränkt und steigt im höheren Lebensalter an.
● akute, behandlungsbedürftige Krankheiten;
● Unverträglichkeit vorangegangener Gelbfieberimpfungen;
● Allergie gegen Hühnereiweiß oder andere Impfstoffbestandteile;
● Immundefizienz jeglicher Ursache, speziell Thymuserkrankungen, Thymektomie, progrediente maligne Erkrankungen, symptomatische HIV-Infektion
relativ kontraindiziert bzw. nach strenger Risikoabwägung siehe Schwangere, jedoch möglichst nicht im 1. (nach WHO 1. und 2.) Trimenon.
Zeitabstand zu anderen Impfungen
● Es sollte die Impfung nur bei aktueller Indikation nach individueller Nutzenabwägung gegeben werden. In der Regel ist das Infektionsrisiko in endemischen Gebieten noch immer größer als das Impfrisiko. Trotzdem ist die Indikation für eine Erstimpfung bei Personen über 60 Jahren besonders streng zu stellen, ggf. sollte ein Impfbefreiungszeugnis ausgestellt werden (s.u.).
● Neben formalen Indikationen bei vorgeschriebener Impfung zur Einreise in bestimmte Länder (s.o.) verlangen auch z.B. Reedereien eine gültige Impfung für Schiffspersonal.
● Die Gelbfieberimpfung kann ab dem vollendeten 9. Lebensmonat gegeben werden. Bei entsprechendem Gelbfieberrisiko kann die Impfung auch bereits ab dem 6. vollendeten Lebensmonat durchgeführt werden. Die Gelbfieberimpfung ist bei Kindern jünger als 6 Monate wegen eines erhöhten Enzephalitisrisikos kontraindiziert.
● Die DTG bietet ein detailliertes Aufklärungsblatt zur Gelbfieberimpfung an.
● Impfung nur durch zugelassene Ärzte bzw. Institutionen (siehe unter Dokumentation)
● Die formale Gültigkeit beginnt bei Erstimpfung 10 Tage danach und bei Wiederimpfung sofort; in beiden Fällen endet sie gemäß den aktuell weiterhin gültigen Regularien (International Health Regulations, IHR) nach 10 Jahren. Das Expertenkomitee (SAGE) zu Impfungen der Weltgesundheitsorganisation WHO hat im April 2013 eine Empfehlung zur Schutzdauer der Gelbfieberimpfung revidiert und geht nunmehr von einem lebenslang bestehenden Schutz nach einmaliger Impfung aus (WER, 2013;88 (22):201). Im Mai 2014 wurde auf der (World Health Assembly u.a. die Anlage 7 der IHR (IHR) 2005 entsprechend geändert. Die Regelung tritt aber erst im Juni 2016 in Kraft. Bi dahin gilt der aktuelle IHR-Text für die Gelbfieberimpfung und das Zertifikat weiter. Es steht den Ländern frei, die neue Regelung sofort umzusetzen. Sie müssen es aber nicht tun, sodass einige Länder weiterhin den Nachweis der Gelbfieber-Impfung oder einen Booster von Reisenden verlangen, deren Gelbfieber-Impfzertifikat älter als 10 jahre ist.
● Bei medizinischer Kontraindikation besteht die Möglichkeit einer Impfbefreiung. Für Reisen in Gelbfiebergebiete muss dabei eine strenge Risikoabwägung erfolgen. Das "exemption certificate" ist in englisch oder französisch im internationalen Impfpass einzutragen. Vorschlag zur Formulierung: "Mrs./Mr. ….. can not be vaccinated against yellow fever for medical reasons". Die Länder, für die Impfpflicht besteht, sind zur Anerkennung dieses Zeugnisses nicht verpflichtet. Im Extremfall führt dies bei Einreise zu Nachimpfung, Quarantäne oder Zurückweisung.
Ergebnisse der Konsensuskonferenz zur Gelbfieber-Impfung
Gelbfieberimpfstellen in Deutschland


aktualisiert:   27.10.2015, 14:31
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