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Prophylaxe
   
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Prophylaxe  Therapie  Medikamente - Übersicht  Dosierung  

Atovaquon/Proguanil

Die fixe Kombination Atovaquon/Proguanil (Malarone® und zahlreiche Generika) kann zur Prophylaxe und Therapie einschließlich der notfallmäßigen Selbstbehandlung von unkomplizierten Infektionen durch P. falciparum und zur Akutbehandlung anderer Malariaformen eingesetzt werden. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verdauungsstörungen und Kopfschmerzen sind leicht und nur von kurzer Dauer. Auch Nebenwirkungen aus dem psycho-vegetativen Bereich wie Herzklopfen, Schlafl osigkeit, Schwindel, ungewöhnliche Träume und Depressionen werden beobachtet. Da es bereits auf die Leberschizonten wirkt, beginnt die tägliche Einnahme mit einer Mahlzeit 1-2 Tage vor Betreten und endet 7 Tage nach Verlassen des Malariagebietes. Es ist besonders geeignet bei Last-Minute- und Kurzzeitreisen in Gebiete mit einem Falciparum-Malaria-Risiko. Es gibt Informationen zur Anwendung bei besonderen Personengruppen. Weitere Angaben zur Anwendungsbefristung, Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

 

Empfehlung zur Dosierung


Chloroquin

Chloroquin (Resochin®, Quensyl®) kann nur in Gebieten ohne relevante Chloroquin-Resistenz zur Prophylaxe und Therapie einschließlich der notfallmäßigen Selbstbehandlung eingesetzt werden. Eventuelle Nebenwirkungen sind in der Regel leicht und temporär; am häufigsten ist Schlaflosigkeit. Des Weiteren kann Chloroquin eine ausgeprägte QTc-Verlängerung im EKG bewirken. Zur Anwendung bei besonderen Personengruppen gibt es zusätzliche Empfehlungen. Weitere Angaben zu Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

 

Empfehlung zur Dosierung


Doxycyclin

Doxycyclin allein ist zur Therapie der Malaria nicht geeignet. Zur Prophylaxe kann es jedoch alternativ zu Atovaquon/Proguanil oder Mefl oquin eingesetzt werden. Nebenwirkungen (z. B. phototoxische Reaktionen von belichteten Hautarealen, Verdauungsstörungen, Leberwerterhöhungen, bei Frauen auch Vaginalmykosen) und Kontraindikationen(u. a. Kinder unter 8 Jahren, Schwangere, Stillende) sind zu beachten. Längeres Sonnenbaden sollte vermieden werden. Eine sehr seltene Nebenwirkung scheint die Begünstigung einer intrakraniellen Hypertension zu sein. Doxycyclin sollte daher Frauen im gebärfähigen Alter, die übergewichtig sind oder eine idiopathische intrakranielle Hypertension in der Vorgeschichte haben, nur zurückhaltend verordnet werden. Doxycyclin wird in zwei verschiedenen galenischen Formen produziert, als Monohydrat (1 H20) und Hyclat (HCl). Bei gleicher Wirksamkeit scheint das Monohydrat vor allem weniger gastrointestinale Nebenwirkungen aufzuweisen. Um Ösophagusirritationen und Übelkeit zu vermeiden, sollte Doxycyclin mit reichlich Flüssigkeit, vorzugsweise während einer Mahlzeit, jedoch nicht mit Milchprodukten, eingenommen werden. Es gibt Hinweise darauf, dass Doxycyclin bei Patienten über 90 kg mit 100 mg/Tag unterdosiert ist und es zu Malariadurchbrüchen kommen kann. Eine Erhöhung auf eine auch für andere Indikationen übliche Dosierung von 200 mg/Tag wäre hier zu erwägen. Die Hinweise zur Anwendung bei besonderen Personengruppen sind sorgfältig zu beachten. Weitere Angaben zu Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Grundsätzlich ist Doxycyclin in Deutschland als Mittel zur Malariaprophylaxe nicht zugelassen, obwohl es die WHO, anderen Länder (z.B. USA, Australien) und seit 2003 die DTG wegen guter Wirksamkeit und Verträglichkeit zur Prophylaxe empfehlen.  Laut deutscher Rechtsprechung besteht jedoch die Pflicht die Formalien eines "off-label-use" durchzuführen, wenn durch den Arzt gut begründete und fundierte medizinische Vorteile vorliegen (z.B. Unverträglichkeit oder Kontraindikationen anderer Mittel). 

 

Empfehlung zur Dosierung


Mefloquin

Mefloquin (Lariam®) kann in Gebieten mit hohem Malariarisiko, in denen überwiegend Mefloquin-sensible P. falciparum vorkommen, zur Prophylaxe und unter Einschränkung (s.u.) zur Therapie eingesetzt werden. Aufgrund seines Nebenwirkungsprofils und der vorhandenen Alternativen wird es von der DTG jedoch nicht mehr zur notfallmäßigen Selbstbehandlung empfohlen (Ausnahme bei schwangeren Reisenden). Die Herstellerfirma hat seit Februar 2016 auf die Zulassung von Lariam®-Tabletten (Zulassungsnummer 8634.00.00 – PZN: 04273048) in Deutschland verzichtet. Die Verkehrsfähigkeit der im Markt       befindlichen Chargen mit o. g. Pharmazentralnummer bleibt auf Grund der Übergangsfrist (geb. § 31, Abs. 4 AMG) bis zum Ablauf der Haltbarkeit erhalten. Die Firma teilt weiter mit, dass Lariam® in vielen Ländern der Europäischen Union verfügbar ist und somit bei Bedarf als Einzelimport gemäß § 73 Abs. 3 AMG bezogen werden kann. Seit Mitte 2013 sollte Mefloquin nur noch verschrieben werden, wenn zuvor eine Checkliste auf das Vorliegen von Kontraindikationen ausgefüllt und dem Reisenden ein Patienten-Pass
ausgestellt wurde (siehe www.lariam.de). Bei Beachtung der Kontraindikationen und Warnhinweise hat Mefloquin nach wie vor einen wichtigen Stellenwert in der Malariaprophylaxe bei Schwangeren, Kindern, Migranten und Langzeitreisenden sowie Personen, die das Medikament wiederholt gut vertragen haben. Zur Prophylaxe kommt es weiterhin als kostengünstige Alternative in Frage. Nebenwirkungen werden im psycho-vegetativen Bereich, selten als epileptische Anfälle und psychotische Symptome beobachtet. Sie sind abhängig von einer persönlichen Disposition sowie auch dosisabhängig und können bei Therapie und höherer „loading dose“ vor Last-Minute-Reisen häufiger und stärker auftreten als bei der regelhaft durchgeführten Prophylaxe. Psychische Symptome wie Albträume, akute Angstzustände, Depressionen, Unruhe oder Verwirrtheitszustände bei prophylaktischer Anwendung von Mefloquin sind als prodromal anzusehen. In diesem Fall ist das Arzneimittel unverzüglich abzusetzen und durch eine alternative Medikation zu ersetzen. Personen, die bestimmte Vorerkrankungen haben oder Medikamente einnehmen, können dafür besonders prädestiniert sein. Mefloquin ist somit bei allen psychiatrischen und vielen neurologischen Erkrankungen kontraindiziert. Des Weiteren sollte Mefloquin bei Patienten mit Erregungsleitungsstörungen am Herzen nur unter Vorsicht angewendet werden. Weitere Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, weiche Stühle oder Diarrhö und Bauchschmerzen, seltener treten allergische Hautreaktionen auf. Reisende mit Aktivitäten, die eine ungestörte Aufmerksamkeit, räumliche Orientierung und Feinmotorik erfordern, sollten möglichst kein Mefloquin nehmen. Wenn es zu Nebenwirkungen kommt, treten diese häufig schon nach der ersten oder zweiten Einnahme auf. Deshalb sollte mit der Mefloquin-Prophylaxe bei erstmaliger Anwendung bereits 2-3 Wochen vor der Abreise begonnen werden. Bei erwiesener Unverträglichkeit sollte künftig auf die Einnahme des Mittels verzichtet werden.Eine Alternative kann dann noch vor Reiseantritt gesucht werden.

Die Hinweise zur Anwendung bei besonderen Personengruppen sind daher sorgfältig zu beachten. Weitere Angaben zu Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen. 

 

Empfehlung zur Dosierung


Primaquin

Primaquin reduziert das Risiko eines Rückfalls durch Hypnozoiten bei Malaria tertiana. Es ist in Deutschland grundsätzlich nicht zur Malariaprophylaxe zugelassen, kann jedoch in Ausnahmefällen (off label) verschrieben werden. Primaquin muss aus dem Ausland bezogen werden. Vor Einnahme muss ein Glukose-6-Phospatdehydrogenase-Mangel ausgeschlossen worden sein. Eine Therapie mit anderen Medikamenten mit potenziell hämolysierender Wirkung sowie der Einsatz bei Patienten mit einem Lupus erythematodes oder einer rheumatoiden Arthritis sollte vermieden oder nur nach erweiterter Aufklärung durch einen erfahrenen Arzt unter laborchemischen Kontrollen (v. a. Cytochrom P450) durchgeführt werden.

Empfehlung zur Dosierung



aktualisiert:   12.07.2016, 12:31
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