Personen mit längeren oder häufig wiederholten Tropenaufenthalten |  |  |  |
Eine erweiterte und vertiefte, ausführliche individuelle tropenmedizinische Beratung, bei der u.a. das zu erwartende Malariarisiko nach Tätigkeit, Region, Jahreszeit, Vorerkrankungen, Lebensalter, Resistenz der Erreger und Verträglichkeit der Expositionsprophylaxe sowie der möglichen Medikamente beurteilt und eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen wird, ist für alle u.a. Gruppen unbedingt erforderlich.
Der Zeitaufwand hierfür ist mit mindestens 15 Minuten zu veranschlagen.
Diese Beratung sollte ausschließlich durch Ärzte mit der Zusatzweiterbildung Tropenmedizin oder Kollegen mit gleichwertigen Erfahrungen in den Tropen erfolgen.
Längere Auslandsaufenthalte werden mit verschiedener Zielsetzung und damit deutlich unterschiedlichem Malariarisiko unternommen. Folgende Personengruppen mit längeren Tropenaufenthalten lassen sich differenzieren: Besondere Personengruppen |  |  |  |
Medikamente bei besonderen Personengruppen |  |  |  |
Im Einzelnen ergibt sich für die verschiedenen Medikamente:  | Atovaquon/Proguanil ist derzeit auf einen Aufenthalt von 28 Tagen begrenzt. Studien und Postmarketing Surveillance-Daten zeigen allerdings, dass eine Einnahmedauer von bis zu 6 Monaten und mehr sicher ist.
|  | Doxycyclin wurde insbesondere in der Therapie der Akne und der Q-Fieber-Endokarditis über Monate bis Jahre eingesetzt, die Einnahme scheint unproblematisch zu sein. Die Erfahrungen in der Malarialangzeitprophylaxe sind beschränkt.
|  | Mefloquin zeigt bei Einnahme über Jahre keine Akkumulation und gute Verträglichkeit, eine Anwendung über Jahre ist möglich.
|  | Chloroquin ist zur Langzeiteinnahme geeignet (augenärztliche Kontrolluntersuchungen bei längerer Einnahme empfohlen). |
Mit diesem als „Mindestvorsorge“ beschriebenen Vorgehen wurden in der täglichen Praxis gute Erfahrungen gemacht, ohne die Empfehlung der Langzeit-Chemoprophylaxe grundsätzlichen in Frage zu stellen.
Ein Aufenthalt von Kindern unter 5 Jahren und vor allem von Schwangeren in Malariagebieten ist aufgrund ihrer höheren Gefährdung nicht zu empfehlen. Dies ist aber in diesem Kontext nicht immer vermeidbar. Bei in Malariagebieten neu eingetretener Schwangerschaft sollte unbedingt umgehend eine individuelle Beratung durch einen erfahrenen Tropenmediziner erfolgen.
Bei der Beratung ist besonders zu betonen:
• In Gebieten mit hohem Malariarisiko ist eine Chemoprophylaxe mindestens zu Beginn des Einsatzes und während der Hauptübertragungszeiten und bei Reisen mit eingeschränktem Moskitoschutz zu empfehlen.
• Die Verfügbarkeit von Medikamenten zur notfallmäßigen Selbstbehandlung (NSB) stellt neben einer guten Expositionsprophylaxe das absolute Minimum einer Malariavorsorge dar.
Die Auswahl der Medikamente sollte entsprechend, länderspezifischen DTG-Empfehlungen erfolgen.
Es kommen nur Präparate in Frage, deren Anwendung über längere Zeit oder mehrfach im Jahr keine wesentlichen Nebenwirkungen hervorrufen und zugleich eine angemessene Schutz- bzw. Therapiewirkung im Falle einer NSB erwarten lassen. Die Anwendungsbeschränkungen für Kinder und Schwangere sind zu beachten. Bei Beschaffung von Medikamenten im Ausland ist wegen der vielen Plagiate auf dem Markt höchste Vorsicht angebracht. In Gebieten mit hohem Malariarisiko |  |  |  |
DTG-Empfehlung P (medikamentöse Malariaprophylaxe)
Kindern unter 5 Jahren vom Aufenthalt abraten, wenn dennoch, folgende Maßnahmen:
Schwangeren vom Aufenthalt dringend abraten, wenn dennoch, folgende Maßnahmen: Bei schlechter medizinscher Versorgung |  |  |  |
| Erwachsene | | Kinder | | | Schwangere | | Standardvorsorge | | | | | | Kontinuierliche P plus ergänzende T | | Mindestvorsorge | Nach Ersteinreise 3 Monate und während Haupt- übertragungzeit: P, sonst T | | | | | Kontinuierliche P plus ergänzende T | |
Bei guter medizinischer Versorgung |  |  |  |
| Erwachsene | | Kinder | | Schwangere | | Standardvorsorge | Nach Ersteinreise 3 Monate und während Hauptübertragungszeit: P sonst T | | | | | | Mindestvorsorge | | | Nach Ersteinreise 3 Monate und während Hauptüber- tragungszeit: P sonst T | | | |
In Gebieten mit niedrigem Malariarisiko |  |  |  |
DTG-Empfehlung T (Standby-Therapie)
Bei schlechter medizinscher Versorgung |  |  |  |
| Erwachsene | | Kinder | | Schwangere | | Standardvorsorge | | | Nach Ersteinreise 3 Monate und während Hauptübertragungszeit: Psonst T | | | | Mindestvorsorge | | | | | | |
Bei guter medizinischer Versorgung |  |  |  |
| Erwachsene | | Kinder | | Schwangere | Standardvorsorge | | | | | Nach Ersteinreise und während Hauptübertragungszeit P erwägen, sonst T | Mindestvorsorge | | | | | Nach Ersteinreise und während Hauptübertragungszeit P erwägen, sonst T |
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